Ostern feiern

Nachricht 04. April 2021

An Ostern kommt das Licht in die Dunkelheit

Menschen trauern um ihre Verstorbenen. Wir klagen, weinen und jammern. Und wir klagen an: Diese Welt, das Unglück, die Krankheit, das Virus. Und wir suchen Trost und Hilfe in seiner Nähe: „Menschen gehen zu Gott in ihrer Not.“*
Der Evangelist Markus erzählt (Markus 16,1-8): Die Frauen trauern um ihren Verstorbenen, Jesus. Sie gehen zum Grab. Einmal noch wollen sie ihn sehen. Wollen ihm die letzte Ehre erweisen. Und erschrecken: Sein Leichnam ist nicht mehr da.
Der Evangelist Johannes erzählt (Johannes 20,11-18): Maria ist ganz verzweifelt. Da merkt sie plötzlich: Es ist Jesus selbst, der mit ihr spricht. Mitten in ihrer Trauer, mitten in Verzweiflung und Leid spricht er sie an. Sie fällt vor ihm nieder: Alles ist anders. Sein Licht umstrahlt ihr Dunkel. Neues Leben wird sichtbar.
Mitten in unserer Einsamkeit, mitten in Not und Sorge spricht er uns heute an: Jesus Christus ist auferstanden. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Das neue Leben übersteigt all unsere Vorstellungen. Es löst mich heraus aus meinen Verflechtungen. Es hebt mich aus meiner Sorge, meiner Angst. Es verändert mich – mitten in meinem Leid.
Einen weiten Weg ist er mit ihnen gegangen. Heilungen und Wunder haben sie mit ihm erlebt. Bei ihm waren sie Gott so nahe wie sonst nirgends. Und dann: Verhaftet. Verurteilt. Soll es das gewesen sein?
Einen Weg durch Passionszeit und Karwoche sind wir gegangen. Mit Blick auf Jesus: auf sein Leben, auf sein Leiden. Mit Blick auf uns selbst: Was haben wir dazu beigetragen? Was haben wir verschuldet? „Menschen gehen zu Gott in Seiner Not.“*
Die Krise packt uns unvermittelt. Was haben wir dazu beigetragen, was haben wir verschuldet? Wo wollten wir nur das Billigste, statt allem seinen Wert beizumessen? Wo haben wir nur an uns selbst gedacht und nicht an die, die unsere Fürsorge dringend brauchten? Wo haben wir in den Tag gelebt, gottvergessen und voller Selbstüberschätzung? Er, unser Herr und Heiland, hat das alles erduldet. Er hat unser Versagen, unsere Kleingläubigkeit und unseren Mangel an Nächstenliebe mit an das Kreuz genommen. Unsere Sünde ist vergeben. Jesus bringt neues Leben!
Jesus hat Gott zur Welt gebracht. In Jesus leidet Gott selbst und kommt uns so nahe, wie wir es oft gar nicht begreifen können. In Jesus durchleidet er Not und Tod, in Jesus überwindet er die Macht des Bösen. Er ist für uns da – mit weit offenen Armen. Wir können neu ins Leben gehen. „Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,… stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod und vergibt ihnen beiden.“*
Im Blick auf Jesus wird mir das Leben hier und heute leichter: Gott hält mich in seinen Händen. Im Vertrauen auf ihn spüre ich: Meine Last wird leichter. Ich muss sie nicht alleine tragen. Er, der den Tod für mich erlitten hat, nimmt meine Last mit an sein Kreuz. Er, der auferstanden ist, zieht mich mit sich hinein ins neue Leben. Ja, es gibt sie noch: Krankheiten, Sorgen, Schuld, Not und Tod. Aber sie haben nicht mehr das letzte Wort. Sie lasten nicht mehr so schwer auf meinen Schultern.
Der Apostel Paulus schreibt: „Nun aber ist Christus auferstanden. Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod“ (1. Korinther 15,20a.26). Auch wenn es mir manchmal noch so unwirklich erscheint: Ich will das, was an jenem ersten Ostermorgen geschehen ist, mit hineinnehmen in mein Leben hier und heute. Ich will – wie Jesus – mein Leid auf mich nehmen und will mir stets neu bewusstmachen: Gott ist da, bei mir und bei uns allen – trotz allem:
ER segne und behüte Sie und Ihre Lieben!
Amen.
* Aus einem Gedicht von Dietrich Bonhoeffer, in: „Widerstand und Ergebung“, Juli 1944

 


Der Herr, Jesus Christus, der Auferstandene, segnet dich.
Er segnet dich mit seiner Gegenwart und mit seinem Frieden.
Er segnet dich mit neuer Gewissheit und mit neuer Freude.
Er ist mit dir auf deinem Weg.
Theophil Tobler

Pastorin

Beate Lenz
Mödesser Weg 31
31224 Peine
Tel.: 05171 - 59 02 43