Gedanken zum Sonntag Rogate

Nachricht 17. Mai 2020

Wenn du aber betest

Mitteilung an alle Kirchengemeinden:

Gemäß staatlicher Anordnung vom 16. und 17. März 2020 dürfen ab sofort bis zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt, mindestens aber bis inklusive 19. April keine Gottesdienste und Andachten mit einer körperlich anwesenden Gemeinde mehr stattfinden, auch nicht in der Karwoche und an Ostern.

In Zeiten von Corona beten wir zuhause. Wir beten wie die ersten Christen hinter verschlossenen Türen und sind dabei nicht allein. Wir sind zuhause, beten und sind verbunden mit allen, die in ihren Kammern ihr Herz vor Gott ausschütten. Überall sitzen sie an den Küchentischen und beten. Überall beten sie – im Nachbarhaus, am anderen Ende der Stadt, am anderen Ende der Welt.  An ungezählten Orten beten wir und wir gehören zusammen. Wir sind gemeinsam mit Gott zuhause. Gott spürt unsere Traurigkeit und unsere Angst. Auch Gott vermisst mit uns zusammen das kleine Schwätzchen vor der Kirche, bevor der Gottesdienst beginnt. Auch Gott mag es, mit uns zusammen im Gesangbuch zu blättern, die Lieder aufzuschlagen und sie vor uns hinzusummen. In Zeiten von Corona sitzt Gott nicht in der Kirchenbank neben uns, sondern am Küchentisch. In Zeiten von Corona bleibt Gott mit uns zuhause. Gott sieht uns in unserer Kammer, hält keinen Abstand, berührt unsere Herzen. Gott hört uns in unserer Kammer, wenn wir beten. Gott hört, wie wir für die Regierenden beten und die Krankenschwestern, wie wir um Gesundheit und Frieden flehen. Gott ist mit uns zuhause und hört, wenn wir beten: Vater unser.

 

So sollt ihr beten

Meldung vom 4. Mai: Gottesdienste sind unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen wieder gestattet. Für eine Entwarnung ist es dennoch zu früh. Die Pandemie ist nicht überwunden.

Wir tragen Masken. Wir singen nicht mehr. Ungewiss ist, wann wir zum Vertrauten zurückkehren werden. Wir kennen die neue Normalität noch nicht. Was wird bleiben? Die Apostel haben festgehalten, was normal war und normal bleiben wird. Sie schrieben: Drei Mal am Tage betet so, wie der Herr in seinem Evangelium geboten hat. Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Drei Mal am Tag legen wir die Maske ab. Drei Mal am Tag tauchen wir in die vertrauten Worte ein. Drei Mal sprechen wir aus, was Gott will. Drei Mal sprechen wir aus, was wir nötig haben und drei Mal am Tag loben wir Gott. Auch wenn es noch keine Entwarnung gibt, auch wenn die Pandemie noch längst nicht vorbei ist, so sind wir immer noch bei Gott zuhause und Gott ist bei uns.

Amen.

Bleiben Sie behütet und gesund!

Ihre Pastorin Beate Lenz

 

Pastorin im Ehrenamt

Beate Lenz
Tel.: 05171 - 59 02 43