Gedanken zum Pfingstfest

Nachricht 31. Mai 2020

Jerusalem, um das Jahr 30 unserer Zeitrechnung:
Traurig sitzen die Jünger im Obergeschoss des Hauses, das ihr Treffpunkt war. Ratlos und mutlos sind sie, denn sie wissen nicht, wie es ohne Jesus weitergehen soll. Er war ja in den Himmel aufgefahren und nun nicht mehr bei Ihnen. Doch plötzlich geschieht etwas Außergewöhnliches: Ein kräftiges Brausen unterbricht die Stille. Die Jünger werden aus ihrer Trübsal heraus gerissen. Der Evangelist Lukas erzählt von Feuerflammen, die sich auf ihre Köpfe setzen. Die Jünger werden aufgescheucht und hinausgetrieben in die Gassen Jerusalems. Von Gottes Geist erfüllt erzählen sie von Jesus, von seinem Leben und seinen Worten, seinen Wundertaten und Gleichnissen. Und das Erstaunliche ist: Die Menschen in den Gassen, die zum Wochenfest aus aller Herren Länder in die jüdische Metropole gekommen sind, können sie verstehen. Ganz egal, woher sie kommen, jeder hört die Jünger in seiner Muttersprache reden. Alle wundern sich. Petrus ruft die Menschen zusammen und erklärt ihnen die Bedeutung des Geschehens: Jesus hat sein Versprechen wahrgemacht und den Heiligen Geist über sie ausgegossen. Viele der Zuhörer lassen sich taufen.

So hat es vor langer Zeit mit Pfingsten angefangen. Seitdem feiern wir das Fest des Heiligen Geistes und damit den Geburtstag der christlichen Kirche. Pfingsten - das ist oft verbunden mit frühsommerlicher Leichtigkeit und einem langen Wochenende. Pfingsten - das hat für viele nicht den gleichen Stellenwert wie Weihnachten oder Ostern. Dabei gibt es doch etwas ganz Wichtiges zu feiern. Denn die Kraft des Heiligen Geistes ist das Lebenselixier unseres Glaubens und somit auch unserer Gemeinde und unserer Kirche.

Peine, im Jahre 2020 zu Pfingsten:
Die christlichen Gemeinden feiern Gottesdienst, erinnern an den Kirchengeburtstag. Durch die Corona-Virus-Pandemie ist vieles anders, als wir es gewohnt sind. Aber die Gemeinden haben Wege gefunden, auch in dieser Zeit Jesu Botschaft weiterzutragen und an seinen Auftrag zu erinnern. Wir unterstützen Bedürftige. Wir feiern mehr Gottesdienste unter freiem Himmel, üben uns im „stummen singen“. Wir halten Kontakt auf vielen Wegen; so bringen wir z. B. den Konfirmanden unsere kirchlichen Einrichtungen per digitaler Rallye nahe.

Solche Wege finden sich nicht einfach so. Diese Wege brauchen einiges. Sie brauchen Kraft und Energie. Sie brauchen Phantasie und Überzeugungskraft. Sie brauchen Gemeinschaft und gute Zusammenarbeit. Sie brauchen Weisheit und verantwortliche Entscheidungen. Sie brauchen alles in allem den Blick für Gottes Reich und vor allem Gottes Wohlwollen.

Wo uns das geschenkt wird, da können wir etwas von Gottes Geist spüren. Da erleben wir das Wirken des Heiligen Geistes ganz konkret.

Gerade in den elementaren Lebensäußerungen von Kirche und Gemeinde ist der Heilige Geist wirksam. Der Geist will die Gestaltungkraft unserer christlichen Kirchen und Gemeinden sein. Gestern – heute – und morgen. Es kommt nur darauf an, dass wir ihm etwas zutrauen. Lassen wir die Kraft des Heiligen Geistes in uns wirken, nicht nur am Pfingstfest, sondern unser ganzes Leben lang.
Amen

 

Bleiben Sie behütet und gesund!
Ihre Pastorin Heidrun Gunkel

Pastorin

Dr. Heidrun Gunkel
Luisenstraße 11
31224 Peine
Tel.: 05171 – 80244451