Gedanken zum Sonntag Misericordias Domini

Nachricht 26. April 2020

Was hatten Sie ursprünglich an diesem Wochenende vor?

Unsere Gemeinde hatte für Samstag und Sonntag den Start eines neuen Kinderkirchenprojektes geplant. Kinder sollten vieles zum Thema „Bei Gott zuhause“ erleben. Ein Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen hatte schon alles vorbereitet. Wegen der derzeitigen Ausnahmesituation mussten wir den Start dieses Projekts verschieben. Wir hoffen, dass wir ihn bald nachholen können. Wann das sein kann, das wissen wir nicht. Und das macht uns traurig.

So ist es momentan ja mit ganz vielen Dingen, mit Terminen, die wir geplant hatten: Hochzeiten, größere Geburtstagsfeiern, Konzerte, Fußballturniere, Freischießen und, und, und… Das alles kann nicht stattfinden. Und keiner weiß, wie es damit weitergehen wird.

Da ist es ein tröstlicher Gedanke, dass wir in dieser Situation nicht alleine sind. Dass unsere Wege begleitet werden und wir gut aufgehoben sind. Und dass sich deshalb auch für all diese Fragezeichen eine Perspektive finden lassen wird.

Dieser Sonntag Misericodias Domini hat als Leitbild den „Guten Hirten“. Gottvater, aber auch Jesus Christus werden in vielen biblischen Texten als Hirten beschrieben.

Das Bild vom Hirten kennen wir alle. Der Hirte hat einerseits seine Herde als Ganzes im Blick, andererseits aber auch jedes einzelne Tier. Kümmert sich der Hirte nicht in ausreichendem Maße um die Herde, dann schwebt sie in großer Gefahr.

Wenn wir das Gefühl haben, ausgeliefert zu sein und bedroht zu werden, dann hilft es, zu wissen, dass es die Aufgabe eines anderen ist, Sorge zu tragen. Dass unser guter Hirte versprochen hat, die Seinen zu hegen und zu pflegen. Dass er auch ein einzelnes Schaf zurückführt, wenn sich dieses verirrt hat. Dass er die verlorenen Schafe sucht. Dass er sie nicht im Stich lässt, wenn es ernst wird. Der Hirte Jesus Christus setzte sogar sein Leben für die Seinen ein.

Gott als mein Hirte lässt mich auf- und durchatmen: Mit so einem Gott komme ich auch durch diese Krise. Mit so einem Gott kann ich auch die ganzen Unsicherheiten und Einschränkungen, die ganzen Unplanbarkeiten besser ertragen. Denn da ist jemand, dem ich vertrauen kann und der mich beschützt.

Manchmal wird es mir zu viel, immer nur sagen zu können: „Müssen wir mal sehen.“ oder „Wissen wir noch nicht.“ oder „Können wir nicht sagen.“ Oder „Wer weiß schon, wie es kommen wird?“ Wenn mir das alles zu viel wird, dann kann es mir helfen, einzustimmen in Psalm 23. Den Psalm, der diese alte Erfahrung von Gott als Hirten ausdrückt. Er verleiht mir im Gebet auch heute noch Worte:

 

1 Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

2 Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

3 Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Amen

 

Bleiben Sie behütet und gesund!

Ihre Pastorin Heidrun Gunkel

 

 

Video Gedanken zum Sonntag

Pastorin

Dr. Heidrun Gunkel
Luisenstraße 11
31224 Peine
Tel.: 05171 – 80244451