Die Karwoche erleben

Nachricht 01. April 2021

Wir gehen den letzten Weg Jesu mit

Heute am Palmsonntag beginnt eine besondere Woche. Am Ende dieser Woche steht ein großes, gewaltiges Ereignis: Gott hat Jesus nicht im Tod gelassen, er hat ihm neues Leben geschenkt. Das können wir kaum fassen und es ist gerade deshalb der Kern und die Grundlage unseres Glaubens.

Deshalb hat diese Woche auch verschiedene Namen. Manchmal wird sie „große“ oder „heilige“ Woche genannt. Am häufigsten begegnet uns der Name „Karwoche“. Das kommt von dem alten Wort „kara“, was Traurigkeit, Kummer oder Sorge bedeutet.

Wir möchten euch einladen, diese besondere Woche ganz bewusst zu erleben!

Jeden Tag wird es etwas zu erleben, zu lesen und zu tun geben.

7. Station (Karsamstag)

Jesus liegt im Grab, es herrscht an diesem Tag Grabesruhe. Gleichzeitig erwarten wir mehr als das Grab und den Tod. Wir bereiten uns vor auf ein großes Ereignis. Vielleicht wird in deiner Familie heute einiges vorbereitet: Eier färben, Osterkranz backen, Osterstrauß schmücken.

Aktion: Bastele aus der Kerze und dem Wachs eine Kerze für das Osterfest. Es gibt viele Symbole, die du wählen kannst, z.B. Lamm, Christusmonogramm, Ostersonne, Fisch, Kreuz mit A und O.

Tisch: Stelle die Kerze zu dem Kreuz in die Mitte der Spirale.

Jetzt kann Ostern kommen!

6. Station (Karfreitag)

Wir denken daran, wie Jesus gefangen genommen, zum Tod verurteilt, ans Kreuz genagelt wurde und dort starb. Das macht uns alle auch sehr traurig. Deshalb ist das auch ein ganz ruhiger und stiller Tag.

Aktion: Weil Jesus am Kreuz starb, ist das Kreuz zum Symbol für uns Christen geworden. Binde dir aus 2 Ästen mit dem Bastband ein Kreuz. Überlege dir, welche Menschen du kennst, denen es nicht so gut geht oder die gestorben sind. Schreibe das auf Zettel und befestige die Zettel am Kreuz.

Tisch: Lege das Kreuz in die Mitte der Spirale.

5. Station (Gründonnerstag)

Nun sitzt Jesus mit seinen Freunden an einem Tisch. Es soll ein Festmahl geben. Jesus weiß, es wird das letzte Mal sein, dass er mit seinen Freunden so zusammen ist und gemeinsam mit ihnen isst. Deshalb gibt Jesus seinen Freunden etwas mit für die Zeit nach seinem Tod. Er gibt ihnen als Zeichen Brot und Wein oder Traubensaft. Seine Freunde sollen sich damit an ihn erinnern. Sie sollen wissen, dass Jesus immer bei ihnen ist. Und sie sollen die Gemeinschaft mit ihm und allen seinen Freunden spüren. Deshalb feiern wir in der Kirche immer wieder Abendmahl. Diese Tischgemeinschaft zu erleben, ist etwas Besonderes, auch heute noch.

Aktion: Wir feiern ein Gründonnerstagsmahl, und zwar so:

Wir versammeln uns um den gedeckten Tisch.

Wir beten: Jesus, wir sind am Tisch versammelt und freuen uns auf das gemeinsame Essen. Wir denken heute Abend an das Abschiedsmahl, das du mit deinen Freunden gefeiert hast. In den Zeichen von Brot und Wein hast du deinen Jüngern gezeigt, dass du bei ihnen bist über den Tod hinaus. Du bist auch bei uns. Wir sind mit dir und miteinander verbunden. In unserer Gemeinschaft spüren wir, wie nahe du uns bist. Amen.

Einer spricht die alten Segensworte über Brot und Saft/Wein. Dabei nimmt er Brot und Saft/ Wein in die Hand: „Wie dieses Brot, aus vielen Körnern bereitet, jetzt ein Brot ist, und wie dieser Wein/Saft, aus vielen Beeren gewonnen, jetzt ein Trank ist, so will Gott Menschen zueinander führen, in dieser Gemeinschaft und auf der ganzen Welt. Kommt, und esst von diesem Brot, das uns eint! Jesus, der Herr, gebe uns seinen Frieden.“

Wir essen und trinken gemeinsam. Wir erinnern uns dabei in besonderer Weise an Jesus und spüren, dass er uns dabei ganz nahe ist.

Tisch: Stelle Brötchen und Traubensaft in die Spirale als nächste Station nach der Wasserschale.

4. Station (Mittwoch)

Vor seinem Tod am Kreuz wusch Jesus seinen Jüngern die Füße. Diese Fußwaschung ist eine sehr dienende Begegnung. Es ist Zeichen der Liebe Gottes, der Liebe zueinander, der Achtung und der gegenseitigen Unterstützung.

Geschichte nach Joh 13,4f.: Da stand Jesus auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goss er Waser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und zu trocknen mit dem Schurz.

Aktion: Lese diese Gedanken zu Füßen:

Füße tragen uns durch das Leben. Füße sind oft dreckig oder schwitzen. Füße sind kitzelig. Füße werden oft nicht beachtet. Füße bleiben meistens in Schuhen versteckt. Du stellst meine Füße auf weiten Raum (Ps 31,9).

Überlege einmal folgendes: Was hast du heute erlebt, an dem deine Füße besonders beteiligt waren? Mit wem bist du so verbunden, dir von ihm/ihr die Füße waschen zu lassen und ihm/ihr die Füße zu waschen?

(Zusatz: Wenn du magst, probiere es aus. Ihr braucht eine größere Schüssel, einen gemütlichen Stuhl, Handtuch und Seife. Und einen ruhigen Ort, damit ihr das ganz ausführlich spüren und erleben könnt. Eine Fußwaschung ist nicht nur Reinigung, sie wirkt tiefer in der Hingabe und Begegnung.)

Tisch: Stelle eine kleine Schale mit Wasser in die Spirale als nächste Station nach dem Stein.

3. Station (Dienstag)

Als Jesus in Jerusalem angekommen ist, erschrickt er sehr darüber, wie sich die Menschen in der Stadt verhalten. Besonders als er im Tempel ist, kann er es nicht glauben, was die Menschen im Tempel tun. Der Tempel ist nicht mehr das Haus Gottes, sondern ist zu einer Markthalle geworden. Jesus macht sich große Sorgen um Jerusalem und die Menschen, die dort leben. Alles, was er sieht, macht ihn aber auch sehr wütend. Das lastet schwer auf ihm wie ein Stein.

Aktion: Überlege: Was macht dir besonders Sorgen? Schreibe oder male das auf den Stein.

Tisch: Lege den Stein in die Spirale als nächste Station nach dem Palmzweig.

2. Station (Montag)

Jesu Weg führt unweigerlich durch diese Woche, da ist kein Entrinnen möglich. Aber Jesus stellt sich den nächsten Tagen ohne Wenn und Aber. Es gibt kein zurück. Noch ist nicht absehbar, wohin das alles führt.

Das ist wie bei einer Spirale, bei der man außen noch nicht erkennen kann, was einen am Ende, im Inneren erwartet.

Aktion/Tisch: Lege mit dem Seil eine Spirale auf den Tisch, von dem Palmzweig ausgehend, nach innen gewunden. Das ist der Weg, auf dem wir Jesus durch die Woche begleiten.

Wir werden sehen, was am Ende dieser Woche in der Mitte der Spirale steht!

1. Station (Palmsonntag)

Diese besondere Karwoche beginnt heute am Palmsonntag. An diesem Tag erinnern wir uns daran, wie Jesus von den Menschen empfangen wurde, als er in Jerusalem einzog. Die Menschen jubelten und freuten sich über Jesus: „Jesus, unser Retter“ – „Jesus, unser König“ riefen sie ihm zu, als er mit dem Esel entlanggeritten kam. Und sie haben den Weg, den er auf dem Esel in die Stadt hinein ritt, mit Palmenzweigen gesäumt. Palmenzweige waren früher ein Zeichen des Sieges und der Ehre für den siegreichen König.

Am Palmsonntag wird vielerorts mit Palmzweigen oder Palmzweig-Umzügen daran gedacht, wie fröhlich die Menschen Jesus empfangen haben.

Aktion: Binde dir einen „Palmzweig“ aus Buchs, Haselnuss- oder Birkenzweigen und schmücke ihn mit bunten Bändern aus Krepppapier.

Binde auch einen „Palmzweig“ zum Verschenken. Überlege, wem du mit einem „Palmzweig“ eine Freude machen kannst.

(Ziehe mit anderen Kindern mit den Palmzweigen umher: Begrüße Jesus in der Stadt!)

Tisch: Lege deinen Palmzweig in eine Ecke auf den Tisch.

Pastorin

Dr. Heidrun Gunkel
Luisenstraße 11
31224 Peine
Tel.: 05171 – 80244451

Diakonin

Swantje Weißmann
Luisenstr. 15
31224 Peine