Gedanken zum Sonntag Judika

Nachricht 28. März 2020

Für diesen 5. Sonntag der Passionszeit ist uns folgender Predigttext aus Hebr 13,12-14 aufgegeben.


12 Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. 13 So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. 14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Meine Gedanken bleiben besonders an der Aufforderung hängen, die an uns Leserinnen und Leser ergeht: „So lasst uns nun zu ihm hinausgehen…“. Denn hinausgehen, das hat in diesen Tagen einen ungewohnten Kontext: Weil die Ausbreitung des Corona-Virus eingedämmt werden soll, dürfen wir nur noch unter bestimmten Voraussetzungen und Bedingungen vor die Tür gehen. Dürfen selbst Gesunde bestenfalls noch zu zweit unterwegs sein. Nicht mehr in Geschäfte, Cafés, Bars, Restaurants gehen. Nicht mehr wie gewohnt nach Belieben Familienangehörige oder Freunde besuchen. Was für eine Einschränkung! Unglaublich! Hat es so etwas überhaupt schon einmal gegeben?

Und dennoch: Wenn unser Befinden es erlaubt, dürfen wir das Haus verlassen. Wir dürfen hinausgehen in den Frühling, in die Sonne, in den Garten. Allein oder zu zweit das neuerwachende Leben, die aufblühende Natur bestaunen. Frische Luft atmen. Vogelgezwitscher hören. Menschen von Weitem zulächeln und sie grüßen. Spüren, man ist doch gar nicht so allein.

Und vor allem ist da einer, der mit uns draußen ist. Jesus Christus, der für uns und schon vor uns dort ist. Der seine Zuwendung darin zeigte, dass er für uns litt. Der auch jetzt mit uns leidet. Der Hebräerbrief bezeichnet dies als „Opfer“.
Jesus geht mit uns, auch und gerade in dieser Situation. In der Pandemie mit all ihren Folgen, in Leid, in Angst und Schrecken.
Wie schön, dass er uns auch in den kommenden Wochen an die Hand nehmen wird!
Amen


Gebet „Was werden könnte“ © Tina Willms

Guter Gott,
öffne an jedem Morgen
mir die Augen neu,
nicht nur für das, was ist,
sondern auch für das,
was werden könnte.

Beflügele meine Fantasie
mit den Bildern
deiner neuen Welt,
und schenk mir Geduld und Geschick,
um sie einzuzeichnen
in die Straßen meiner Stadt.
Amen.


Bleiben Sie behütet und gesund!
Ihre Pastorin Heidrun Gunkel